Kaufentscheidung treffen: Darauf solltest du unbedingt achten

Manchmal wird es uns vermeintlich einfach gemacht, eine Kaufentscheidung zu treffen. Indem wir angelockt werden von „unschlagbaren Angeboten“ und großen Rabatten, die manchmal gar keine sind. Wie häufig kommt es vor, dass wir Kaufreue empfinden und uns wünschten, wir hätten die teure Jacke, die große Küchenmaschine oder das neue Paar Schuhe gar nicht gekauft.   […]

Manchmal wird es uns vermeintlich einfach gemacht, eine Kaufentscheidung zu treffen. Indem wir angelockt werden von „unschlagbaren Angeboten“ und großen Rabatten, die manchmal gar keine sind. Wie häufig kommt es vor, dass wir Kaufreue empfinden und uns wünschten, wir hätten die teure Jacke, die große Küchenmaschine oder das neue Paar Schuhe gar nicht gekauft.

 

Wollen wir die neuen Dinge wirklich haben? Und was ist mit größeren Anschaffungen, wie ein Auto oder ein längeres Coaching?

 

Hier erfährst du, wie du überlegte und für dich gute Kaufentscheidungen triffst – ohne überfordert zu sein.

 

Kaufreue: Das begegnet uns immer wieder im Alltag

 

Neulich ging ich auf dem Weg zu meiner Bibliothek an einer Ladenkette vorbei. Mein Blick fiel auf den Aufsteller. Fast schon stolz stand darauf: Hamsterwochen – mehr kaufen, mehr sparen.

 

Bei solchen Sätzen muss ich innerlich mit den Augen rollen.

 

Dröseln wir das mal auf: Das Wort Hamsterwochen suggeriert ja schon mal per se Mangeldenken. Fast schon absurd, dass wir in unserer Überflussgesellschaft Angst haben, etwas nicht zu bekommen.

 

Wir denken dann, wir müssten hamstern und horten. Klar gab es in der Vergangenheit einen Mangel an Dingen: In den Corona-Lockdowns war beispielsweise das Toilettenpapier vielerorts ausverkauft. Aber nicht, weil es zu wenig davon gab, sondern weil viele Menschen aus diesen Mangelgedanken gehamstert hatten.

 

Grundlegend bekommen wir hierzulande alle materiellen Dinge, die wir wollen und brauchen. Das sage ich meinen Kundinnen in meinen Aufräumsessions auch. Sie haben manchmal Angst, Reue zu empfinden, wenn sie einen bestimmten Gegenstand aussortieren.

 

Das Problem ist aber, dass wir häufig Reue empfinden, wenn wir Dinge überstürzt kaufen. Und dieser Druck von außen trägt dazu bei, dass wir unüberlegte Kaufentscheidungen treffen.

 

Mach dir Folgendes bewusst: Die meisten Dinge in unserer Überflussgesellschaft bekommst du von heute auf morgen (im wahrsten Sinne des Wortes) und zwar auf Knopfdruck – oder mit einem Klick.

 

Wir müssen nicht immer alles sofort haben.

 

Bei dem Satz Mehr kaufen, mehr sparen bin ich noch kritischer. Mit nur vier Wörtern wird einer der Grundpfeiler des Kapitalismus aufgezeigt.

 

Uns wird am laufenden Band suggeriert: Kaufe mehr Dinge, die du überhaupt nicht brauchst und an die du dein Leben lang noch nie gedacht hast. Du bekommst auch noch (angeblich) Rabatt. Somit sparst du extrem viel Geld.

 

Ich kaufe mehr Dinge als ich wollte. Ich gebe Geld aus. Ich spare damit Geld. Was für ein Irrsinn.

 

Warum beschäftigt mich das Thema Konsum so sehr?

 

Weil ich es tagtäglich bei meinen Kundinnen sehe. Sie haben über Jahre und Jahrzehnte sehr viel angehäuft, bis sie nicht mehr ihren Besitz kontrollieren können, sondern der Besitz sie kontrolliert. Sie fühlen sich erschöpft und müde wegen der vielen Dinge um sie herum.

Dann kaufen sie noch mehr, weil sie sich von der Werbung leiten lassen oder ihre Habseligkeiten zu Hause verkramt haben und nicht mehr finden. Häufig aber beides.

Und ich verstehe das. Bei mir war es früher genauso. Ich habe selbst mit viel zu vielen Dingen um mich herum gelebt. Ich habe echt viele Klamotten gekauft und fand das ziemlich gut – zumindest in dem Moment, in dem ich mit den vollen Tüten nach Hause kam.

 

Kaufentscheidung treffen: So geht’s

 

Was kannst du nun tun, wenn du das Gefühl hast, du kaufst mehr als dir lieb ist?

 

Ganz einfach: Du schaffst dir ein Bewusstsein darüber.

 

Das kannst du tun, indem du in der Tiefe aufräumst, aussortierst, dich von Dingen trennst. Das ist anstrengend und dauert, ja. Aber es ist doch der nachhaltigste Ansatz.

 

Den kompletten Besitz von A bis Z durchzugehen und mir ein Ordnungssystem zu erschaffen, hat bei mir Wunder gewirkt und hält bis heute. Ich kaufe überlegt und gehe bei jeder potenziellen Kaufentscheidung nach den Fragen:

 

  • Macht mir das Freude? Wie lange habe ich etwas davon?

 

Dabei ist es egal, ob es sich um ein Kleid, ein Buch, einen Sandwichtoaster oder ein Coaching-Programm für 5.000 Euro handelt. Ich schlafe häufig mindestens eine Nacht drüber und kaufe nicht impulsiv.

 

Auch stelle ich mir die Zukunft vor mit der Anschaffung. Das klingt jetzt nach Hochzeit oder so, ist aber echt hilfreich.

 

Ich stelle mir vor, wie ich in dem Coaching-Programm sitze oder das neue Kleid im Schrank sehe. Habe ich ein Gefühl der Freude dabei? Oder fühlt es sich nach einer Last an? Oder ist es ein neutrales „Ist mir eigentlich wurst, ob das da ist“-Gefühl?

 

Wenn du erstmal nicht aussortieren und aufräumen willst, rate ich dir zu dieser Reflektion. Somit vermeidest du, zu viele Dinge anzuschaffen und überrollt zu werden.

 

Eine weitere Idee ist ein Klassiker: Du notierst dir, wann du wieviel Geld wofür ausgegeben hast.

 

Ich geb’s zu. Ich habe das noch nie richtig durchziehen können. Viele Menschen führen aber solche Listen und kaufen dadurch viel überlegter.

 

Du kannst dir handschriftlich eine eigene Liste anfertigen. Es gib aber auch super interessante Notizbücher, in denen du deine Ausgaben festhalten kannst. Oder du schaust nach einer App. Hier gibt es auch echt viele Möglichkeiten.

 

Letztendlich darfst du natürlich so viele Dinge besitzen wie du möchtest. Es geht mir nur darum, dass wir überlegter kaufen. Dann machen Konsumieren und Besitzen auch mehr Freude und es entlastet unser Leben und unser Gehirn.

Let’s celebrate richtig kluge Kaufentscheidungen! : )

 

Deine Hannah

Aufraeum-Coach  Hannah Cesarz - Berlin
Hi, ich bin Hannah aus Berlin. Und mittlerweile kann ich mit verbundenen Augen nachts um 3 Uhr mein Lieblingskleid, mein Schraubenset und meine Steuerunterlagen finden.

Hier im Blog teile ich mit Dir meine besten Tipps und Tricks rund ums Aufräumen und wie sich dadurch dein ganzes Leben verändern kann.

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